Steuern auf Darts-Wettgewinne in der Schweiz: Freibetrag von 1’071’000 CHF erklärt

Eine Zahl, die kaum jemand richtig zitiert
Ich höre den Satz «Wettgewinne sind in der Schweiz steuerfrei» so oft, dass er sich schon fast als Volksweisheit etabliert hat. Wie so viele Volksweisheiten ist er nicht ganz falsch — und nicht ganz richtig. Steuerfrei sind Wettgewinne nur unter einer Bedingung: sie liegen unter dem Freibetrag und stammen vom richtigen Anbieter. Beide Bedingungen werden in der Praxis regelmässig übersehen.
Der Freibetrag für Lotterie- und Sportwettengewinne liegt 2026 bei 1’071’000 Franken — kantonal teilweise leicht abweichend, beim Bund bei 1’070’400 Franken. Eine grosse Zahl, die für die meisten Spieler theoretisch ist. Aber genau deshalb wird sie oft falsch eingeordnet: nicht jeder Gewinn fällt unter diesen Freibetrag, und nicht jeder Anbieter qualifiziert sich.
In diesem Artikel räume ich auf, was Schweizer Darts-Wetter über Steuern wirklich wissen müssen. Wer profitiert vom Freibetrag, wer nicht, was kann man als Einsatzkosten abziehen, und wie sieht eine korrekte Deklaration aus?
Freibetrag Bund und Kantone 2026
Die Zahlen sind genau, und ich nenne sie deshalb präzise. Auf Bundesebene gilt für 2026 ein Freibetrag von 1’070’400 Franken auf Gewinne aus Lotterien und Sportwetten. Die Kantone weichen leicht ab — der häufige Wert ist 1’037’000 Franken, einige Kantone setzen ihn auf 1’071’000 Franken. Wer eine grosse Summe erwartet, sollte den Wert im Wohnsitzkanton nachschlagen, weil die Differenz im Bereich von zehntausenden Franken liegen kann.
Was bedeutet «Freibetrag» technisch? Gewinne bis zur Höhe des Freibetrags sind komplett steuerfrei. Wer 800 Franken gewinnt, deklariert die 800 Franken, aber sie werden nicht besteuert. Wer 1’500’000 Franken gewinnt, deklariert die ganze Summe — besteuert wird der Betrag über dem Freibetrag, also rund 429’000 Franken (beim Bund) oder 463’000 Franken (in den meisten Kantonen).
Ein wichtiger Punkt, der oft missverstanden wird: der Freibetrag gilt pro Einzelgewinn, nicht pro Jahr. Wer dreimal je 400’000 Franken gewinnt, hat dreimal einen Freibetrag in Anspruch — Gesamtgewinn 1’200’000 Franken, alle drei einzelnen Gewinne unter dem Freibetrag, also alle drei steuerfrei. Die kumulierte Jahresbetrachtung gilt hier nicht.
Das macht die Schweizer Regelung für Sportwetten-Gewinner unter den engen Bedingungen sehr günstig — vorausgesetzt, der Anbieter erfüllt die zweite Bedingung. Genau dort liegt der Stolperstein.
Unterschied bewilligte versus nicht bewilligte Anbieter
Der entscheidende Satz, den die meisten überlesen: Gewinne von ausländischen, in der Schweiz nicht bewilligten Online-Anbietern sind vollumfänglich steuerpflichtig. Kein Freibetrag, keine Begünstigung, keine Pauschalabzüge. Diese Regelung steht im Bundesgesetz über Geldspiele von 2019 und wurde seither in Praxis und Rechtsprechung mehrfach bestätigt.
Was heisst das konkret? Wer auf einer EU-Plattform — die zwar völlig legal in ihrem Heimatland operiert, aber keine Schweizer Bewilligung hat — Darts-Gewinne erzielt, muss diese Gewinne in der Steuererklärung als ordentliches Einkommen angeben. Der Grenzsteuersatz greift ab dem ersten Franken. Bei einem Spieler mit mittlerem Einkommen kann das je nach Kanton 25 bis 35 Prozent Steuerlast bedeuten — auf den vollen Gewinnbetrag.
Beispielszenario: ein Spieler gewinnt 5’000 Franken bei einem ausländischen Anbieter über das Jahr verteilt. Bei einem Grenzsteuersatz von 28 Prozent fliessen rund 1’400 Franken an Bund, Kanton und Gemeinde. Derselbe Spieler hätte bei einem schweizerisch bewilligten Anbieter aufgrund des Freibetrags 0 Franken Steuern bezahlt.
Diese Asymmetrie ist im Schweizer Wettrecht bewusst angelegt. Sie soll die Spieler dazu motivieren, bei in der Schweiz bewilligten Anbietern zu spielen. In der Praxis wissen das nur wenige Spieler — und wer es weiss, vergleicht oft die nominale Bonus-Höhe ausländischer Plattformen mit dem Schweizer Angebot, ohne die Steuerfrage einzubeziehen. Eine vollständige Übersicht, welche Anbieter unter «schweizerisch bewilligt» fallen, gibt es im Artikel Legale Darts-Wettanbieter in der Schweiz.
Pauschalabzug für Einsätze
Ein kleiner, aber unterschätzter Punkt für Spieler, die regelmässig wetten. Bei Schweizer Casino-Spielen — Online wie offline — gibt es einen Pauschalabzug für Einsatzkosten. Der Bund erlaubt 26’800 Franken pro Steuerjahr, die Kantone meist 25’900 Franken. Das gilt explizit für Spielbankenspiele und nicht direkt für Sportwetten.
Was bedeutet das für Darts-Wetter? Wer parallel zur Sportwette auch Online-Casino in der Schweiz spielt, kann den Pauschalabzug für den Casino-Teil geltend machen. Für reine Sportwetten ist die Situation enger: der Freibetrag deckt den Normalfall ab, weil die meisten Spieler ohnehin nie in die Nähe der Million kommen.
Für Spieler bei nicht bewilligten Anbietern wird es härter. Hier sind nicht nur die Gewinne voll steuerpflichtig, sondern auch der Einsatzabzug ist nicht ohne weiteres möglich. Wer 5’000 Franken Gewinn deklariert, kann nicht automatisch die 30’000 Franken Einsatz dagegenrechnen, die er übers Jahr platziert hat. Hier müsste der Spieler mit dem Steueramt im Detail klären, und die Beweislast liegt bei ihm.
Ich empfehle für diesen Fall, von vornherein alle Einsätze sauber zu dokumentieren — Datum, Anbieter, Wettart, Einsatz, Ergebnis. Eine simple Tabelle reicht. Das ist kein juristischer Rat, sondern eine praktische Vorsichtsmassnahme.
Deklaration in der Steuererklärung
Der Punkt, an dem viele scheitern: die korrekte Deklaration. Auch steuerfreie Gewinne — also solche unter dem Freibetrag von einem schweizerisch bewilligten Anbieter — müssen in der Steuererklärung angegeben werden. Sie werden dann nicht besteuert, aber sie sind deklarationspflichtig.
Praktisch sieht das so aus: in der Steuererklärung gibt es eine Position für Lotterie- und Sportwettengewinne. Dort wird der Bruttogewinn eingetragen, und der Freibetrag wird vom Steueramt automatisch berücksichtigt. Wer den Gewinn nicht deklariert, riskiert bei einer späteren Prüfung eine Nachforderung mit Verzugszinsen.
Bei Gewinnen von ausländischen, in der Schweiz nicht bewilligten Anbietern muss der Spieler den Gewinn als ordentliches Einkommen deklarieren — die Position ist eine andere, der steuerliche Behandlungsweg auch. Hier ist die Sorgfaltspflicht des Steuerpflichtigen höher, weil der Anbieter dem Steueramt keine direkten Daten liefert.
Ein praktischer Tipp: viele Schweizer Anbieter stellen am Jahresende eine Aufstellung der Gewinne aus. Das ist die einfachste Belegquelle. Wer bei ausländischen Anbietern spielt, muss diese Belege selbst zusammenstellen — Screenshots der Account-Historie, Kontoauszüge mit Einzahlungen und Auszahlungen, Zusammenstellung in einer Jahres-Tabelle. Bei einer Steuerrevision sind das die Dokumente, die zählen.
Wer unsicher ist, ob ein Gewinn unter den Freibetrag fällt oder nicht, sollte vor der Steuererklärung das kantonale Steueramt anrufen. Die meisten Steuerverwaltungen geben telefonisch Auskunft zu generellen Fragen, ohne Akte zu eröffnen — das ist ein kostenloser Service, den ich allen empfehle, die mit signifikanten Beträgen zu tun haben.
Was die Praxis von der Theorie unterscheidet
Drei letzte Punkte aus der Erfahrung. Erstens: kleine Gewinne unter ein paar hundert Franken pro Jahr werden in den meisten Kantonen pragmatisch behandelt — ein Steueramt wird wegen 200 Franken Wettgewinn keinen Aufwand betreiben. Trotzdem ist die korrekte Deklaration die saubere Lösung. Pragmatik ist kein Ersatz für Regelkenntnis.
Zweitens: die Schweizer Steuerlandschaft ändert sich. Der Freibetrag wurde in den letzten Jahren mehrfach angepasst, und es gibt auf politischer Ebene immer wieder Diskussionen über die richtige Höhe. Wer mit der Zahl 1’071’000 Franken plant — was praktisch fast niemand tun wird — sollte den Stand für das jeweilige Steuerjahr neu prüfen.
Drittens: das Steuerrecht ist ein Bereich, in dem Halbwissen oft teurer wird als Vollwissen. Ich gebe in diesem Artikel die Grundlinien wieder, wie sie sich aus dem Bundesgesetz über Geldspiele und den kantonalen Praxen ergeben — aber ich bin kein Steuerberater. Bei grösseren Gewinnen oder komplexen Konstellationen ist die Beratung durch eine Fachperson kein Luxus, sondern eine Investition, die sich im Schnitt mehrfach auszahlt.
Muss ich kleine Darts-Gewinne unter 1’000 CHF in der Steuererklärung angeben?
Ja, formal sind auch kleine Gewinne deklarationspflichtig, wenn sie von einem schweizerisch bewilligten Anbieter stammen — auch wenn sie aufgrund des Freibetrags nicht besteuert werden. Bei Gewinnen von ausländischen Anbietern ist die Deklaration zwingend, weil sie als ordentliches Einkommen behandelt werden. Pragmatisch sieht die Praxis bei sehr kleinen Beträgen oft milde aus, aber rechtlich ist die Deklarationspflicht eindeutig.
Wie weise ich Einsätze gegenüber dem Steueramt nach?
Bei schweizerisch bewilligten Anbietern erhält man am Jahresende meist eine offizielle Aufstellung. Bei ausländischen Anbietern muss man die Belege selbst sammeln: Screenshots der Account-Historie, Kontoauszüge mit Einzahlungen und Auszahlungen und eine eigene Jahres-Tabelle. Wichtig ist die zeitnahe Dokumentation — wer erst nach drei Jahren rückwärts rechnet, hat es deutlich schwerer.
Geschrieben von der Redaktion „Darts Wetten Bonus Schweiz”.
