Gespa-Sperrliste: Welche Darts-Domains in der Schweiz blockiert sind

Warum ich diesen Check zur Routine gemacht habe
Vor ein paar Jahren hat mich ein Leser angeschrieben — er hatte 800 Franken auf einem Anbieter liegen, dessen Domain plötzlich nicht mehr lud. Der Provider blockierte den Zugriff, der Support reagierte nur noch auf Englisch, und das Geld war zwar formal noch da, aber praktisch eingefroren. Genau dieser Fall ist der Grund, warum ich jeden neuen Anbieter zuerst gegen die offizielle Liste prüfe, bevor ich auch nur eine Einzahlung mache.
Ende 2024 standen 490 Domains auf der Sperrliste der Gespa — und das ist nur ein Teil des Bildes. Die Eidgenössische Spielbankenkommission führt ihre eigene Liste, die im August 2025 bereits 2’597 Einträge umfasste. Wer als Schweizer Darts-Wetter unterwegs ist, muss beide Quellen kennen.
In diesem Artikel zeige ich, was die Sperrliste genau bedeutet, wie sich die Zahlen entwickeln, wie ich konkret eine Domain prüfe und was passiert, wenn man trotzdem bei einem gesperrten Anbieter landet. Kein Rechtsratgeber, sondern die Praxis-Sicht eines Analysten, der den Mechanismus seit Jahren beobachtet.
Was die Sperrliste genau ist
Die Sperrliste ist kein Pranger und kein Schwarzes Brett der Branche — sie ist ein technisches Instrument. Schweizer Internet-Provider sind verpflichtet, die darauf aufgeführten Domains zu blockieren, sobald ein Spieler aus der Schweiz versucht, sie aufzurufen. Wer im Browser die URL eintippt, landet auf einer Stopp-Seite.
Hinter dieser Mechanik steht das Geldspielgesetz von 2019. Es trennt klar zwischen Anbietern mit Schweizer Bewilligung und solchen ohne. Letztere dürfen keine Spieler aus der Schweiz aktiv ansprechen, und genau hier setzt die Liste an. Sie ist die operative Konsequenz dieser Trennung.
Zwei Behörden teilen sich die Arbeit. Die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht, kümmert sich um grosse Lotterien und Sportwetten, also genau jenen Bereich, in dem Darts-Wetten angeboten werden. Die ESBK, die Eidgenössische Spielbankenkommission, ist für Casinospiele zuständig. Wer Darts-Wetten und Casino unter einem Dach anbietet — was bei vielen ausländischen Plattformen der Fall ist — kann auf beiden Listen auftauchen.
Ich erkläre den Unterschied gerne mit einem Bild: die Gespa-Liste ist das Schild «Hier dürfen Sie keine Sportwetten platzieren», die ESBK-Liste das Schild «Hier dürfen Sie nicht Roulette spielen». Beide Schilder sind real, beide werden über denselben Mechanismus durchgesetzt — DNS-Blocking durch die Provider.
Aktuelle Zahlen und Entwicklung
Die Dynamik der letzten Jahre ist deutlich. Ende 2024 zählte die Gespa-Sperrliste 490 Domains. Bei der ESBK waren es per Ende August 2025 schon 2’597 Einträge — innert drei Jahren hat sich diese Zahl etwa verfünffacht. Das ist kein Zufall, sondern eine direkte Folge des Online-Booms: je mehr ausländische Plattformen den Schweizer Markt anpeilen, desto schneller wachsen die Listen.
Was bedeutet das in der Praxis? Wer heute einen ausländischen Darts-Wettanbieter über eine Google-Suche findet, hat eine spürbar höhere Wahrscheinlichkeit als noch vor drei Jahren, auf einem gesperrten Angebot zu landen. Die Suchmaschinen filtern nicht nach Schweizer Bewilligung — sie zeigen, was zur Suchanfrage passt. Die regulatorische Filterung passiert erst auf Provider-Ebene.
Ein weiterer Punkt, der mich interessiert: die meisten neu gesperrten Domains gehören nicht zu völlig neuen Plattformen. Oft sind es Spiegeldomains bekannter Marken. Wenn die Hauptadresse gesperrt wird, taucht dieselbe Seite unter einer leicht veränderten URL wieder auf — und landet ein paar Wochen oder Monate später ebenfalls auf der Liste. Dieses Katz-und-Maus-Spiel ist ein Hinweis darauf, dass blosses Vertrauen auf «ich kannte den Namen mal» keine sichere Methode ist.
Vier Kantone haben 2024 insgesamt acht Bewilligungen für lokale Sportwetten erteilt. Diese Zahl klingt klein, ist aber ein wichtiger Vergleichsmassstab. Die Schweizer Lizenzlandschaft ist eng, sehr eng. Wer als Anbieter hier offiziell tätig sein will, durchläuft ein striktes Verfahren. Alles ausserhalb dieses engen Kreises bewegt sich automatisch im Graubereich oder direkt auf der Sperrliste.
Domain vor der Anmeldung prüfen
Ich mache es vor jeder Registrierung — egal, wie etabliert eine Marke wirkt. Mein Standardweg dauert keine zwei Minuten, und es ist die zeitlich günstigste Versicherung gegen eingefrorenes Geld, die ich kenne.
Schritt eins: die exakte Domain notieren. Nicht «Anbieter X», sondern die komplette URL inklusive Endung — also zum Beispiel anbieter-name.com versus anbieter-name.net. Diese Unterscheidung ist wichtig. Ich habe Fälle gesehen, in denen .com auf der Liste stand und .ch frei war — oder umgekehrt.
Schritt zwei: die Gespa-Sperrliste öffnen. Sie wird auf der Website der Interkantonalen Geldspielaufsicht publiziert und ist als Dokument abrufbar. Es lohnt sich, die Liste komplett herunterzuladen und im Texteditor mit der Suchfunktion zu durchsuchen — schneller, als manuell zu scrollen.
Schritt drei: dieselbe Prüfung bei der ESBK. Wer Darts wettet, aber überlegt, auf derselben Plattform auch Casino zu spielen, muss beide Listen abgleichen. Manche Anbieter sind nur auf einer der beiden gesperrt.
Schritt vier — und das vergessen die meisten — der DNS-Test. Ich gebe die Domain im Browser ein und schaue, ob sie überhaupt lädt. Wenn der Provider blockiert, sehe ich eine Stopp-Seite mit Hinweis auf die zuständige Behörde. Das ist die simpelste Probe aufs Exempel: lädt sie? Dann ist sie aktuell nicht gesperrt. Lädt sie nicht? Dann definitiv Finger weg, auch wenn die Liste vielleicht noch nicht aktualisiert wurde.
Ein Tipp aus der Erfahrung: die Listen werden in unregelmässigen Abständen aktualisiert. Wer einen Anbieter heute prüft und in drei Monaten erneut einzahlen will, sollte den Check wiederholen. Eine Domain, die im Frühling noch frei war, kann im Herbst auf der Liste landen.
Was bei einem blockierten Anbieter passiert
Der unangenehme Teil. Wer mit Schweizer Wohnsitz auf einem gesperrten Anbieter spielt, bewegt sich zwar nicht selbst in der Illegalität — aber das schützt das eingezahlte Geld nicht.
Erstes Szenario: die Sperre kommt nach der Einzahlung. Der Anbieter war beim Onboarding noch erreichbar, ein paar Wochen später blockiert der Provider den Zugriff. Was passiert mit dem Guthaben? Theoretisch bleibt es beim Anbieter — praktisch wird der Support oft nur noch eingeschränkt erreichbar, Auszahlungen verzögern sich, und der Schweizer Spieler hat keine zuständige Behörde, an die er sich realistisch wenden kann. Die Gespa kann blockieren, aber keine Auszahlung von einem nicht bewilligten ausländischen Anbieter erzwingen.
Zweites Szenario: bewusste Umgehung. Wer mit VPN auf eine gesperrte Domain zugreift, riskiert nicht nur das Geld, sondern auch die steuerliche Behandlung etwaiger Gewinne. Gewinne von ausländischen, in der Schweiz nicht bewilligten Anbietern sind ohnehin vollumfänglich steuerpflichtig — kein Freibetrag, keine Begünstigung. Wer dann zusätzlich mit Umgehungswerkzeugen unterwegs ist, baut für sich selbst eine Beweislast auf, die im Streitfall nicht günstig aussieht.
Drittes Szenario, das ich für realistisch halte: die Plattform stellt aus eigener Initiative den Betrieb für Schweizer Kunden ein. Das passiert öfter, als man denkt. Wenn ein Anbieter merkt, dass die Schweiz für ihn rechtlich heikel wird, schliesst er die Accounts dort. Im besten Fall mit Auszahlung, im schlechtesten mit pauschaler Kontosperre und langwierigem Mailverkehr.
Mein Fazit aus diesen drei Szenarien: die Sperrliste ist kein Hindernis, sondern ein Filter. Wer sich an in der Schweiz bewilligte Anbieter hält — auch wenn das die Auswahl einschränkt — vermeidet alle drei Szenarien strukturell. Mehr zu dieser Logik im Artikel Legale Darts-Wettanbieter in der Schweiz.
Wo der Check aufhört und gesunder Menschenverstand anfängt
Die Sperrliste ist ein verlässliches Werkzeug, aber kein vollständiges. Sie zeigt, welche Anbieter aktuell blockiert sind — sie sagt nichts darüber, ob ein nicht gelisteter Anbieter automatisch seriös ist. Eine Plattform kann frei zugänglich sein, weil sie schlicht zu klein war, um auf den Radar der Aufsicht zu kommen. Das ist kein Qualitätssiegel.
Umgekehrt gilt: eine bewilligte Schweizer Plattform wird nie auf der Liste stehen — das ist die einzige Garantie, die der Mechanismus mir gibt. Alles andere ist Risikoabwägung. Wer also den Domain-Check als Routine etabliert und ergänzend prüft, ob der Anbieter eine in der Schweiz anerkannte Bewilligung führt, hat das regulatorische Minimum erfüllt.
Wie oft wird die Gespa-Sperrliste aktualisiert?
Die Gespa veröffentlicht Aktualisierungen in unregelmässigen Abständen, in der Regel mehrmals pro Quartal. Neue Domains werden ergänzt, wenn die Aufsicht Hinweise auf nicht bewilligte Angebote für den Schweizer Markt erhält. Wer die Liste regelmässig nutzt, sollte vor jeder Einzahlung neu prüfen — der Stand von vor sechs Monaten ist nicht mehr verlässlich.
Ist es strafbar, eine gesperrte Darts-Domain aufzurufen?
Der blosse Aufruf einer gesperrten Domain ist für den Schweizer Spieler nicht strafbar — die Pflicht liegt auf der Anbieterseite. Praktisch erreicht man die Seite über den Schweizer Provider ohnehin nicht. Wer mit Umgehungswerkzeugen aktiv spielt, riskiert allerdings, dass Gewinne in der Steuererklärung vollumfänglich anfallen und im Streitfall keine schweizerische Aufsicht zuständig ist.
Verfasst vom Team von „Darts Wetten Bonus Schweiz”.
